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Ein Satz, der blieb


"Welchen Weg auch immer du wählst -

in diesem Moment ist es der richtige"



Henrik erinnert sich gut an diesen ersten Tag.


Porto, früher Morgen des ersten Pilgertags. Der Rucksack sitzt noch ungewohnt auf den Schultern, der Kopf ist voller Gedanken, die nicht zu Ende gedacht sind. Er läuft los, ohne viel zu überlegen – entschlossen, zielgerichtet, und doch in die falsche Richtung.


Kilometer um Kilometer.


Erst ein Lastwagenfahrer erkennt Henrik als Pilger, mitten in einem weitläufigen Industriegebiet im Norden von Porto. In einem grossen Kreisverkehr hält er an, kurbelt das Fenster herunter und versucht, ihm in bestem Portugiesisch zu erklären, dass er längst Richtung Hafen hätte abbiegen müssen.


Erst in diesem Moment wird Henrik langsam klar, dass er mit seinen Gedanken auf den letzten Kilometern völlig woanders war. Wer weiß, wie weit er noch gelaufen wäre, hätte sich dieser Mann nicht besorgt an ihn gewandt.


Henrik spürt, wie er schlagartig wieder im Hier und Jetzt ankommt.


Der Mann holt ihn zurück.


Er bedankt sich herzlich, dreht um und geht zurück auf den Weg.


Was bleibt, ist kein Ärger. Kein Gefühl von Versagen. Keine innere Abrechnung. Die zusätzlichen Kilometer fühlen sich nicht falsch an. Sie gehören zu diesem Tag, so selbstverständlich wie der eigentliche Weg danach.


Am Ende sind es an diesem ersten Pilgertag fast vierzig Kilometer.


Mehr, als geplant. Und deutlich mehr, als vernünftig gewesen wäre.


Eine Erschöpfung, die alles andere überlagert.


Und doch entsteht genau dort etwas Neues.


Keine Erkenntnis im klassischen Sinn. Sondern ein leises Verstehen.


Dieser Umweg war kein Fehler.

Er war Teil seines Weges.


Später wird diese Erfahrung zu etwas, das Henrik behält – nicht als Leitspruch, nicht als Regel. Sondern als Erinnerung an das, was er an diesem ersten Tag gespürt hat:


Welchen Weg auch immer du wählst – in diesem Moment ist es der richtige.


Nicht, weil jeder Weg automatisch Sinn ergibt.

Sondern weil jeder Schritt, den wir wirklich gehen, Teil unserer Geschichte ist.


Die Sätze, die Henrik auf seinem Weg sammelt, entstehen genau so.

Aus Stille. Aus Erschöpfung. Aus Begegnungen.

Und aus Momenten, die sich einfach richtig anfühlen.


Sie lehren nichts.

Sie erinnern.


Dieser erste Satz bleibt.


Nicht als Antwort, sondern als Einladung, dem eigenen Weg zu vertrauen – auch dann, wenn er anders beginnt als geplant.


Weg vom Manager-Dasein, von einem Erfolg, der nicht mehr trägt.

Hin zu einer intensiven Entdeckungsreise nach Sinn und Erfüllung.


In wenigen Tagen erscheint Navaro – Der CEO, der barfuß ging.



 
 
 

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